Die nächste Ausstellung:

 

 

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Anschließend:

 

Ulrich Olschewski

 

Skylla und Charybdis I, Acryl auf Leinwand, 2016

 

A u s w e g e

 

 

Vernissage:

Freitag, 8. Juli 2016, 19:00 Uhr

Einführung:

Dr. Dietrich Sturm

(Dr. Sturm – der Vetter von Helmut Sturm, Gruppe SPUR – hat im Rahmen seiner Tätigkeit am Goethe-Institut Ausstellungen zahlreicher Künstler verantwortet und ausgerichtet, darunter bekannte Namen wie Christo, Robert Gernhardt, Horst Janssen, Wolfgang Niedecken, Ulrich Rückriem, Wolf Vostell und Sonja Alhäuser, war aber auch für viele junge Künstler tätig, vor allem aus Deutschland, Frankreich und Belgien.)

Öffnungszeiten:

Samstag und Sonntag,
9./10. und 16./17. Juli 2016, jeweils von 11 bis 18 Uhr

 

 

Aus dem Pressetext:

Die Übergänge in der Kunst von einer Epoche in die nächste waren ereignisreiche Umbrüche, die von Sehnsucht, Neugierde und Lebendigkeit geprägt waren. Für den Themenschwerpunkt „Zwischenräume“ meiner letzten Ausstellung im Dießener Taubenturm war die bildnerische Umsetzung des Erlebnisses von Übergängen bestimmend.

In meinen neuen Arbeiten setze ich mich ebenfalls mit „Übergängen“ auseinander, insbesondere solchen, die „Auswege“ aus Grenzsituationen des menschlichen Lebens darstellen. Viele Anregungen dazu finde ich in der Odyssee. Homer beschreibt die abenteuerliche Heimkehr seines Helden, die von endlosen Gefahren bedroht wird, sogar Götter sind gegen ihn. Im 12. Gesang schildert der Dichter die Bewältigung der Meerenge zwischen den Ungeheuern Skylla und Charybdis, die nach Menschenopfer gieren. Dieser atemberaubende Bericht hat mich besonders fasziniert. Eine scheinbar ausweglose Situation, die Odysseus nur meistern kann, wenn er einige seiner Freunde opfert – ich denke, diese verzweifelte Lage hat kaum ein Autor bildmächtiger geschildert.

Den entsetzlichen Zwiespalt, dem Odysseus in diesen dramatischen Augenblicken ausgeliefert ist, dem er mit seinem Schiff nicht entrinnen kann, ohne gegen seine Willen zu handeln, ohne zu tun, wofür er sich ein Leben lang anklagen wird – diesen Zwiespalt will ich in meinen Bildern nachempfinden. Vor allem auch, weil jeder Mensch – und jede Gesellschaft – irgendwann in diese Lage kommen kann: keine Rettung ohne Schuld.

Es gibt keine griechischen Götter mehr, aber immer noch erfahren wir Unfassbares, dessen Ursache wir kaum erahnen, im Guten wie im Bösen. Die Helden der Odyssee sind lange tot, aber stets leben Menschen, die Unerhörtes leisten. Skylla hat es nie gegeben, wohl aber besteht bis heute Ungeheuerliches und Unausweichliches, das uns bedroht. Doch es sind nicht nur die großen Themen und Konflikte, die uns für die Odyssee einnehmen. Es ist auch der Humor und das Augenzwinkern, mit dem Homer uns seine Figuren nahe bringt. Als wären es Menschen von hier. Auch am Ammersee gibt es zuverlässige Freunde, treue Ehefrauen, liebevolle Göttinnen und vielleicht auch die eine oder andere bedrohliche Sirene.

 

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